Medien der Erkenntnis

Romanacci, Nicolas Constantin: Medien der Erkenntnis – Experimentalsysteme in Wissenschaft und Kunst. Eine philosophische Untersuchung im Ausgang von Nelson Goodmans Symbol- und Erkenntnistheorie.

Promotionsprojekt von Nicolas Constantin Romanacci an der Eberhard-Karls Universität Tübingen bei Prof. Klaus Sachs-Hombach, Philosophische Fakultät, Institut für Medienwissenschaft.

Vorstudien – Vorträge und Veröffentlichungen

Romanacci, Nicolas Constantin (2011):
Wann ist Kreativität? – Experiment, Exemplifikation, Erkenntnis
in:
Schwarte, Ludger (Hg.):
Kongress-Akten der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik.
Band 2: Experimentelle Ästhetik.
Düsseldorf 2011, online am 21.02.2017 zuletzt aufgerufen unter:
www.dgae.de/kongresse/experimentelle-aesthetik

Tagungsbericht:
Experimentieren, um zu sehen
Jörg Bernardy/Werner Fitzner/Anke Haarmann, »Experimentieren, um zu sehen«. Zur Theorie und Praxis ästhetischen Experimentierens. (Conference Proceedings of: Experimentelle Ästhetik. VIII. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik, Kunstakademie Düsseldorf, 04.–07.10.2011.)
In: JLTonline (28.02.2012)
URL: http://www.jltonline.de/index.php/conferences/article/view/440/1227

Auszug Tagungsbericht:
»Nicolas [Constantin] Romanacci ging es in seinem Vortrag um die Ausarbeitung einer Theorie kreativen Handelns, die an der Wirklichkeit gestalterischen Praktizierens orientiert sei, daran also, dass derartige Praktiken stets eher experimenteller Natur seien, als dass es regelgeleitete Abläufe wären. Mit seinem Versuch, eine solche Theorie zu formulieren, stand Romanacci, wie er auch selbst erkannte, nahe bei der zu Beginn der Konferenz von Rheinberger lancierten Idee einer Typologie unvorhergesehener Ereignisse. Romanacci skizzierte ausgehend von Nelson Goodmans ›new riddle of induction‹ und Wittgensteins Regelparadox sehr genau und umsichtig die Möglichkeiten der Entwicklung einer entsprechenden Theorie für gestalterische Absichten und stellte damit vor allem auch systematische Mittel für weiterführende Überlegungen bereit.«

Romanacci, Nicolas Constantin (2015):
Experimentieren als Forschung in Wissenschaft und Kunst – Eine philosophische Untersuchung in Bezugnahme auf symbol- und erkenntnistheoretische Arbeiten von Nelson Goodman und Arno Ros.
in:
Jürgens, Anna-Sophie; Tesche, Tassilo (2015):
LaborARTorium – Forschung im Denkraum zwischen Wissenschaft und Kunst.
Eine Methodenreflexion.
Bielefeld, [transcript], S. 73-89

Romanacci, Nicolas Constantin (2016):
Experimentieren, Fremderfahrung, Selbstrelativierung.
Eine philosophische Untersuchung in Bezugnahme auf eine sprachanalytisch-anthropologische Studie von Ernst Tugendhat und Nelson Goodman's Symbol- und Erkenntnistheorie
in:
Fitzner, Werner (HG:),(2016):
Kunst und Fremderfahrung.
Bielefeld, [transcript], S. 119-140

Romanacci, Nicolas Constantin (2009):
»possession plus reference« – Nelson Goodman's Begriff der Exemplifikation
Angewandt auf eine Untersuchung von Beziehungen zwischen Kognition, Kreativität, Jugendkultur und Bildung.
in:
KODIKAS / CODE
Ars Semeiotica, An International Journal of Semiotics,
Volume 32 (2009), No, 1-2, Themenheft / special issue,
Zeichenmaterialität, Körpersinn und (sub-) kulturelle Identität.
Hrsg.: Ernest W.B. Hess-Lüttich, Eva Kimminich, Klaus Sachs-Hombach und Karin Wenz
Gunter Narr Verlag Tübingen, S. 35-46

Stilistisch als frühe Veröffentlichung erkennbar, aber inhaltlich von Bestand.

Vorträge
Siehe Hinweise bei den Veröffentlichungen oben.

Weiterer Vortrag mit direktem Bezug zum Thema der Promotion:

Romanacci, Nicolas Constantin (2014):
Sich etwas Neuartiges zu verstehen geben und sich mit Anderen über etwas Neuartiges verständigen.
Eine philosophischer Kommentar im Ausgang von Nelson Goodmans Symbol- und Erkenntnistheorie. Eine Untersuchung in Bezug auf Verstehens- und Verständigungsprobleme bei Gerhard Richter, Francis Bacon und Paul Cézanne.

Abstract (Version Konferenzprogramm):
Genuin Neuartiges wird, etwa in der Kunst, durch exploratives, methodisches Experimentieren geschaffen. Charakteristisch ist dabei, dass das Neuartige erst im Verlaufe des Schaffensprozesses an Konturen gewinnen kann. Das Neuartige kann weder vorhergesehen werden, noch etwa aus bestehenden Regeln abgeleitet werden, auch nicht durch ein simples ›Brechen‹ von Regeln erzeugt werden, denn dieses Brechen von Regeln wäre, genau genommen, immer noch eine Form des Befolgens einer Regel, und daher eben nichts genuin Neuartiges. In diesem Sinn soll genauer untersucht werden, in welcher Weise der Künstler sich »etwas zu verstehen gibt«. Der Künstler legt sich etwas vor, er probiert etwas aus, und dieses ›Etwas‹ gewinnt erst mit der Zeit eine mögliche Bedeutung. Etwas anders verhält sich die Situation, in Folge, wenn nun etwa der Künstler (bzw., etwa ein Kunstvermittler) versucht, sich mit Anderen über das derart Neuartige, das nun in gewisser Weise ›Verstandene‹, zu verständigen. Ein Problem zeigt sich in diesem Zusammenhang darin, dass der Betrachterin (bzw. auch jedem Kunstvermittler) grundsätzlich kein direkter Zugang zum Schaffensprozess des Werkes vorliegt, und in diesem Sinn ein Verständnis grundlegend erschwerten Bedingungen unterliegt, in jedem Fall anderen Bedingungen, als jenen, die dem Künstler selbst vorlagen, bei der Generierung des ›Neuartigen‹. Ein Untersuchung in diesem Sinn könnte etwa aufschlussreich sein für den Bereich der Kunstvermittlung, bzw. für ein Verständnis davon, wie Kunst in unserem Bildungsystem sinnvoll vermittelt werden könnte und sollte. Es sollen im Speziellen untersucht werden die Unterschiede und Zusammenhänge zwischen den skizzierten Formen des »Verstehens«, und Formen des damit zusammenhängenden »Verständigens«.

Mit Analysen zur künstlerischen Praxis und Werken von Gerhard Richter, Francis Bacon und Paul Cézanne.

Vortrag im Rahmen des 14. Internationalen Semiotik Kongresses in Tübingen.
Deutsche Gesellschaft für Semiotik (DGS), Tübingen, 23-26. September 2014